Drei Tage danach

Langsam fange ich an zu begreifen dass das Abenteuer CDT wirklich zu Ende ist… gestern Abend hiess es Abschied nehmen von Iceman, Cattywampus und Rabbit. Es war ein komisches Gefühl, jedoch noch ganz ok, da Snake Farm und Grasshopper immer noch hier sind, also meine enge Trail Family ist noch zusammen. Doch heute ist der Tag gekommen auch von den Beiden Abschied zu nehmen… Vor allem der Abschied von Snake Farm fiel mir schwer. Lernte ich ihn doch schon beim Aussteigen aus dem Zug kennen und wanderte schlussendlich bis auf ein paar hundert Meilen den ganzen CDT mit ihm. Obwohl wir unterschiedlicher nicht sein könnten, waren wir ein eingespieltes Team und fanden in einander den besten Wanderpartner den wir beide je hatten (das Tempo, die Etappenplanung, den Tagesablauf, etc. stimmte). Zusammen gingen wir durch die Hochs und Tiefs des Trails, haben viele Insider Witze die wohl niemand verstehen wird und viele gemeinsame Erlebnisse/Erinnerungen.

Der Abschied von Grasshopper fiel mir ein wenig leichter. Obwohl auch wir über 1000 Meilen zusammen gewandert sind, wohnt er doch relativ Nahe und ich werde ihn bestimmt wieder sehen.

Im Moment sitze ich im Zug Richtung Seattle. Jetzt ist es definitv vorbei und es fühlt sich komisch an ohne Trail Family unterwegs zu sein (obwohl Clamy und Earl Grey mir Gesellschaft leisten…) Die Zeit auf dem CDT ging viel zu schnell vorbei. Und obwohl ich das Wandern gerne machte und die Landschaft unbeschreiblich schön war, sind es im Moment vor allem die Mitwanderer die ich vermisse. Die meisten werde ich nie mehr sehen und dennoch teile ich mit ihnen einmalige Erinnerungen die niemand anders verstehen/nachvollziehen kann.

Ich habe gehört die beste Methode um eine PTD (post Trail Depression) zu vermeiden ist ein neues Abenteuer zu planen. Gestern Abend fragte mich Grasshopper was meine Pläne für zu Hause sind und ob ich nicht mit ihm noch schnell die Pyrenäen auf der Hochroute (HRP) durchwandern möchte bevor ich zurück zur Arbeit gehe… Warum nicht??? Wir sind im Moment super fit sodass eine Durchwanderung in 3 Wochen möglich sein sollte wenn das Wetter mitspielt. Und da er gerne plant und die meiste Info auf französisch ist, übernimmt er die ganze Arbeit der Planung 🙂 mal schauen was daraus wird…

Und dann ist da natürlich noch der AT in den USA. Der letzte der drei grossen und der mir jetzt noch fehlt um den Triple Crown of Hiking zu erhalten. Obwohl ich diesen Trail nicht laufen wollte, empfahlen mir hier auf dem CDT etliche angehende Triple Crowner den Trail zu laufen. Der AT sei eine Erfahrung die man machen muss, völlig anders als der PCT oder CDT. Und es gibt das Sprichwort: niemand macht nur zwei Trails, entweder einen oder alle drei! Wer weiss, mal schauen, vielleicht werde ich eines Tages meinen Triple Crown machen?

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Kanada!

Tag 136: Stoney Indian CG bis Kanada (Chief Mountain): 19 Meilen

Der Wecker klingelte heute Morgen früh, da wir den Sonnenaufgang auf dem Pass anschauen wollten. Doch es war so windig in der Nacht und der Himmel war bewölkt, sodass wir doch länger liegen blieben…

Und dann machten wir uns endlich auf den Weg. Zuerst rauf auf den Stoney Pass und danach gings mehrheitlich runter. Wir sahen etliche Wasserfälle unterwegs und das Bergpanorama war auch einmalig.

Und da wir alle eine Flasche Wein zum Feiern hatten, beschlossen wir um 09:15 Uhr die erste Flasche zu öffnen, da wir unmöglich alles an der Grenze trinken konnten. So fing das Feiern schon früh an 😉

Unten im Tal gings durch den Wald. Zum Abschluss sahen wir noch 2 Schwarzbären innerhalb von 2 Stunden. Leider kein Grizzly, doch Schwarzbär ist auch ganz ok… je näher wir dem Trailhead kamen, umso mehr Wochenendwanderer begegneten uns und schwatzten mit uns. Sie waren alle total begeistert und beeindruckt von unserer Leistung, sodass wir auf unseren letzten Meilen ständig Gratulationen bekamen. Wir Thru-Hiker sind schon von weitem zu erkennen, zum einem an unserem Aussehen, vergleichsweise kleinen Rucksäcken und unserem schnellen Wandertempo. So war es nicht verwunderlich dass die Ranger die uns begegneten uns direkt fragten ob wir von Mexico kamen und uns gratulierten. Von ihnen erfuhren wir auch dass das Watertone Feuer innert kürzester Zeit rasant gewachsen ist und der Trail aus Sicherheitsgründen gesperrt wurde. Sie hätten sogar diskutiert auch das Tal zu schliessen durch welches wir nach Chief Mountain wanderten. Glück gehabt 🙂

Um 16:00 haben wir endlich die kanadische Grenze erreicht 🙂 es war eine komische Stimmung, uns war nicht richtig nach feiern zumute inmitten der beiden Grenzübergänge. Und natürlich war es zum einen super das Ziel erreicht zu haben, doch gleichzeitig traurig dass die Wanderung jetzt vorüber ist und ich habe es immer noch nicht ganz realisiert, fühlt es sich doch wie ein weiterer Townstop an und dass es bald wieder zurück auf den Trail geht. Doch jetzt gibt es nur noch Zero days, ohne zurück auf den Trail…

Natürlich liess ich meinen Pass von den Kanadiern und anschliessend von den Amerikaner stempeln😀

Nach etwa einer Stunde an der Grenze tauchte auch noch Rabbit auf. So cool, startete sie doch mit Snake Farm und mir und waren wir durch New Mexiko alle zusammen unterwegs und sahen sie danach immer wieder einmal.

Und dann hiess es zum „letzten Mal“ hitchen, zurück nach East Glacier. Meine Güte, dass kann doch nicht wahr sein! Die Strasse war kaum befahren und die wenigen Autos die vorbei fuhren stoppten nicht. So hatten wir uns das Ende nicht vorgestellt. Nach über 2 Stunden nahm uns endlich jemand mit, jedoch ging es nur bis St. Mary. Egal, alles ist besser als dort noch länger zu bleiben… Grasshopper stieg früher aus da er nach Many Glacier wollte und Snake Farm und ich gingen bis St. Mary. Dort hatte es mehr Verkehr, doch niemand hielt an😭 und als es dunkel wurde gaben wir auf und machten uns auf den Weg zum KOA (Campground). Naja, morgen ist ein neuer Tag und dann sollte es hoffentlich mit dem Hitch nach East Glacier klappen…

Das Ziel rückt näher…

Tag 135: CDT mi 2980.0 bis mi 3005.1 (Sperrung), bis Stoney Indian CG: 27.7 Meilen

Am Morgen liefen wir als erstes die Ranger Station in Many Glacier an, da wir die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben hatten dass der Trail doch noch geöffnet sein wird. Doch leider wurden wir enttäuscht. So machten wir uns auf den Weg. Die Landschaft war traumhaft schön und auch das Wetter war gut, sodass wir trotzdem gut gelaunt waren. Obwohls bergrauf auf den Swiftcurrent Pass ging, überholten wir etliche Tageswanderer und wurden oft gefragt was unser Tagesziel sei. Als wir dann Stoney sagten, reagierten sie verwundert, bzw. das ist viel zu weit, ein Marathon… es war köstlich ihre Gesichter zu sehen😀

Wir folgten dem CDT solange wir konnten. Es war wunderschön auf dem Highline Trail und langsam wird es auch farbig da sich die Blätter der Beerensträucher verfärben. Unterwegs sahen wir noch einige Adler.

Schon ein komisches Gefühl dass dies der letzte volle Wandertag ist… hier ist es so wunderschön, dass ich am liebsten noch weiter wandern möchte…

Am Abend erreichten wir die Absperrung. Es wären auf diesem Weg nur noch etwa 10 Meilen bis nach Kanada.

Also hiess es jetzt auf einem Seitentrail auf die Alternativroute ausweichen. Der Seitentrail führte hoch zum Stoney Indian Pass und ein wenig unterhalb des Passes befand sich der Campground. Ein letztes Mal das Camp einrichten und Abendessen kochen und dann in den Schlafsack kriechen.

Zum Schluss wirds nochmals so richtig schön!

Tag 134: CDT mi 2950.3 bis mi 2980.0 (Many Glacier): 29.7 Meilen

Der heutige Morgen war entgegen der Erwartung angenehm warm und das schöne Wetter (ohne durch Rauch getrübte Sicht) und die Landschaft machten richtig Lust zum wandern.

Der Tag war echt gemütlich und schön. Es gab nur einen grösseren Aufstieg auf einen Pass, ansonsten war es runter oder geradeaus. Und mittlerweile sind wir auch im Herzen des Glacier NP angekommen und dementsprechend viele Touristen hatte es. Schon bedenklich wenn einem die vielen Touris auf den Wecker gehen und man doch selbst einer ist… aber es ist schon mühsam denen ständig auszuweichen oder dann ständig Smalltalk zu führen und bewundert zu werden. Wie auch immer, der Tag war landschaftlich wunderschön und ich genoss ihn sehr. Ich kann mir keinen schöneren Ort vorstellen um den Trail abzuschliessen und bin froh nicht in New Mexico (wie die SOBOs) enden zu müssen.

Am Ende des Tages kamen wir nach Many Glacier, ein kleiner Touristenort. Doch es hat ein Restaurant hier und so genossen wir ein anständiges Abendessen an Stelle von Ramen oder Kartoffelstock.

Als wir am Abend auf den offiziellen Zeltplatz reinliefen, rief uns ein Mann zu und wollte plaudern. Er fragte uns von wo wir kamen da er anhand unserer Erscheinung wusste dass wir keine „normalen Wanderer“ waren und wir scheinbar so aussehen als wissen wir was wir tun. Als er erfuhr dass wir von der mexikanischen Grenze hierher gelaufen sind, fiel er aus allen Wolken. Er schüttelte uns allen die Hand und gratulierte uns zur Leistung. Schon komisch, haben wir es ja noch nicht bis Kanada geschafft… aber bald ist es soweit 🙂

Start der letzten Etappe

Tag 133: CDT mi 2925.4 bis mi 2950.3: 24.9 Meilen

Nachdem der Wecker geklingelt hatte, packten wir unsere Rucksäcke und gingen frühstücken. Danach gingd noch schnell bei der Bäckerei vorbei um eine Zimtrolle als Wegzehrung zu holen. Dann gings zur Strasse die nach Two Medicine führt und wir streckten unsere Daumen raus. Leider erfolglos… doch eine Frau die dort wohnte beobachtete uns und kam rüber und fragte wohin wir wollen. Sie hatte heute nichts zu tun und bot uns an uns nach Two Medicine zu bringen. Super nett von ihr und so mussten wir insgesamt nur etwa 10 Minuten an der Strasse stehen😀

Kurz vor 9 Uhr gings dann endlich los. Noch vier Tage wandern bis nach Kanada. Ein komisches Gefühl! Doch der Glacier Nationalpark ist super schön und einen besseren Ort zum Abschliessen gibt es wohl nicht.

Von Two Medicine gings einige Meilen hoch zum Pitamakan Pass. Leider war die Sicht durch den Rauch in der Luft getrübt.

Oben beim Pass machten wir kurz Pause und dann machten wir noch einen kurzen Abstecher auf den nächsten Grat um ins andere Tal schauen zu können.

Und dann gings runter vom Pass, durchs Tal und dann rauf auf den Triple Divide Pass (hier treffen sich drei Wasserscheiden, Norden, Westen und Osten). Mittlerweile hatte sich der Rauch aufgelöst und die Sicht wurde immer besser😀

Auf dem Weg runter gabs noch eine kleine Schneeballschlacht 😀

Nach einigen Meilen Abstieg und durchs Tal wandern hatten wir endlich unseren Zeltplatz erreicht.

Der heutige Tag war wunderschön, hoffentlich werden die letzten drei Tage genau so gut!

Two Medicine

Tag 132: CDT mi 2914.8 bis mi 2925.4: 10.6 Meilen

Nach einer nicht so guten Nacht (habe wohl zuviel gegessen gestern Abend) machten wir uns auf nach Two Medicine. Heute ist eigentlich ein Zero geplant gewesen, doch da wir die Permits für Glacier National Park nur in Two Medicine erhalten, entschieden wir uns dorthin zu wandern, die Permits zu besorgen und zurück nach East Glacier zu hitchen, sodass wir morgen direkt von Two Medicine starten können.

Das Wetter war gut, nur echt windig. Und die Aussicht war einmalig!!! Das wird ein super Abschluss der Wanderung geben.

Unterwegs tranken wir ein Gipfelbier auf dem Berg bevors runter nach Two Medicine ging. Auf dem Weg runter sahen wir noch etliche Big Horn Sheep.

Bei der Ranger Station angekommen, planten wir unsere Strecke durch den Glacier Park. Leider brennt der Wald an der kanadischen Grenze und wir können nicht über Watertone nach Kanada reinwandern, was der offizielle Terminus des CDT ist… dies ist wirklich ein Dämpfer, hat man doch dieses Bild vom nördlichen Ende im Kopf und solange darauf hingearbeitet. Aber die gute Nachricht ist dass wir trotzdem zur kanadischen Grenze wandern können:) Der Chief Mountain ist noch offen und somit unser Alternativendpunkt 🙂 wir konnten auch unsere gewünschten Zeltplätze buchen und somit sind wir doch zufrieden. Wir werden dem CDT solange wie wir können folgen und dann auf anderen Trails zum Chief Mountain wandern. In vier Tagen sollten wir dort ankommen.

Nachdem wir die Permits erhalten und ein Sicherheitsvideo geschaut hatten, hitchten wir zurück nach East Glacier. Schon das zweite Auto nahm uns mit 🙂

In East Glacier machten wir unser Resupply und genossen danach das Nichts tun.

East Glacier

Tag 131: CDT mi 2899.6 bis mi 2914.8: 15.2 Meilen

Die ganze Nacht über hat es geregnet und am Morgen hiess es im Regen alles zusammenpacken. Nicht gerade lustig, aber es blieb uns ja nichts anderes übrig. Und da wir wussten dass wir bald in der Stadt sein werden, war es auch nur halb so schlimm…

Der Trail war ziemlich überwuchert und die nassen Sträucher und Wiesen durchnässten uns von unten und der Regen von oben. Wir gaben Gas denn es war kalt und die Aussicht auf eine warme Dusche, trockenes Motelzimmer und warmes Essen spornte uns an.

Und dann waren wir auch schon in East Glacier. Zuerst gings ins Restaurant etwas essen und danach in ein Motel. Dann war duschen und Wäsche machen angesagt.

Am Abend spielten wir noch Billiard und gingen dann in ein mexikanisches Restaurant. Dort überhörte ich wie ein Gästepaar (geschätzt in meinem Alter) der Serviererin sagte sie seien hungrig, sie haben heute eine grosse Wanderung von 10 Meilen um den See gemacht… schon lustig wie man als Thru-Hiker ein völlig anderes Verhältnis zu Wanderdistanzen bekommt und 10 Meilen als Klacks ansieht…

Alles in allem bin ich echt geschafft von der letzten Etappe. Es war echt anstrengend und ich freue mich auf ein wenig Erholung hier in East Glacier.

Regen, kein Regen, Regen…

Tag 130: CDT mi 2868.6 bis mi 2899.6: ca 29 Meilen (4 Meilen Abkürzung plus einige extra Meilen off Trail)

Heute war ein gemischter Tag. In der Nacht hatte es ein bisschen geregnet, aber beim Aufstehen war es zum Glück trocken, was das Zusammenpacken einiges einfacher machte. Doch der Himmel war immer noch stark bewölkt. Der Weg heute war stark überwuchert mit Pflanzen und so waren die Schuhe und Hosen schon nach kurzer Zeit von den nassen Pflanzen durchnässt… und dann fing es an zu regnen. So zogen wir unsere Regenklamotten an und liefen weiter. Nach einigen Minuten hörte es jedoch schon wieder auf doch da es relativ kalt war, liess ich meine Regenhose und Regenjacke an.

Da es schlechtes Wetter war und laut anderer Wanderer der CDT auf den nächsten paar Meilen nur PUDs war (pointless ups and downs), war es nur logisch dass wir eine Abkürzung durchs Tal nahmen.

Bei einer Forest Service Guard Station machten wir Mittagspause und es fing wieder an zu regnen. Den ganzen Nachmittag regnete es immer wieder einmal und gegen Abend wurde es auch ziemlich kalt!

Doch soweit war unsere Stimmung noch gut, fanden wir unterwegs viele, grosse und feine Huckleberries 🙂 Und wir sahen einen wunderschönen Regenbogen. Ich habe noch nie solch einen perfekten Regenbogen gesehen! Er war extrem breit und die Farben kräftig (auf dem Foto sieht er nicht so gut aus…).

Und dann kurz vor dem Tagesziel passierte es und wir waren off-Trail… wir haben eine Abzweigung verpasst und liefen zwar runter zum Highway, jedoch in die entgegen gesetzte Richtung. Dennoch entschieden wir zur Strasse runter zu laufen und dann der Strasse entlang zurück zum Campground zu laufen. Da die Strasse stark befahren, kurvig und eng war, hatte Snake Farm die Idee auf der parallel verlaufenden Eisenbahnschiene zu laufen. Ich fand es keine so gute Idee und es kam ein Zug durch. Er meinte dann es kommt bestimmt kein Zug mehr. Also liefen wir auf den Schienen mit dem Blick nach unten gerichtet da es regnete und windete. Als ich zwischendurch meinen Blick nach vorne richtete, entdeckte ich plötzlich drei Lichter die auf uns zu kamen (und schon ziemlich nah waren…). So schnell wir konnten gingen wir runter von den Geleisen und zurück auf die Strasse. Ist wohl doch sicherer dort…

Bald darauf hatten wir den Zeltplatz erreicht und mussten im nassen das Zelt aufstellen. Danach hiess es schnell noch kochen und essen und dann ab in den Schlafsack um wieder warm zu werden.

Zurück auf dem CDT

Tag 129: Spotted Bear Alternate mi 13.4 bis CDT mi 2868.6: 30.2 Meilen

Der heutige Tag startete mit einem längerem Aufstieg auf den Switchback Pass. Der Name war Programm, über etliche Switchback schlängelte sich der Weg den Pass hoch. Oben sollte man schöne Aussicht auf die chinesische Mauer haben, doch der Rauch in der Luft trübte die Sicht. Dennoch war die Aussicht auf die andere Seite nicht allzu schlecht. Auf dem Weg runter kamen wir an einem See vorbei und machten dort Pause.

Heute fühlte ich mich ziemlich schlapp und müde und mir war ein wenig übel. Während der Mittagspause trank ich genug und der Rauch in der Luft war auch nicht mehr so dicht. Danach gings mir einiges besser.

Zurück auf dem CDT ging es hauptsächlich durch verbrannten Wald. Nichts wirklich schönes, doch der Weg war geländetechnisch einfach sodass wir gut vorankamen.

Eigentlich wollten wir beim Blue Lake campen, fanden aber keine geeignete Stelle und entschieden uns zurück zum Trail zu gehen und ein bisschen weiter die Zeltstelle zu nehmen. Grasshopper war bereits dort und so war es ganz gut sind wir wieder alle zusammen 🙂

Chinesische Mauer

Tag 128: CDT mi 2791.9 bis Spotted Bear Alternate mi 13.4: 31 Meilen

Heute Morgen standen wir seit langem wieder einmal früh auf. Obwohl es mittlerweile am Morgen noch dunkel ist, tat es doch gut so früh unterwegs zu sein und die Kühle des Morgens vereinfachte den langen Aufstieg. Oben angekommen hatten wir super Sicht auf die chinesische Mauer. Wir folgten der Mauer für einige Meilen und sahen eine Mountain Goat.

Der heutige Tag war echt super und wir kamen gut voran. Am Nachmittag entdeckten wir eine Rauchwolke hinter dem Hügelzug. Waas? Schon wieder ein Waldbrand? Die Rauchwolke wurde immer grösser…

Wir entschieden uns die Spotted Bear Alternativroute zu nehmen, da sie kürzer ist und schöner sein soll. Auf dem Weg runter wurde der Rauch immer dicker. Die Augen fingen an zu brennen und die Sonne schien nur noch halbwegs durch…

Als wir aus dem dichtesten Rauch raus waren und an dem Fluss kamen, machten wir eine Bandana Dusche (Katzenwäsche) und waschten unsere Kleider. Danach liefen wir weiter. Unterwegs sahen wir dann folgender Anschlag an einem Baum.

Demzufolge wurde unsere Route (die mit Kreuzen markierte) heute gesperrt. Wir hatten also Riesenglück das wir noch durchkamen bevor es gesperrt wurde. Auch erfuhren wir dass das Feuer gestern noch 2-3 Acres betrug und heute bereits ca. 300 Acres…

Als wir beim Tagesziel ankamen, war Grasshopper dort 🙂 Er hat mit einem Ranger gesprochen und laut ihm hat es ein Feuer an der kanadischen Grenze, sechs Meilen vom CDT entfernt… Nun bleibt nur zu hoffen dass das Feuer sich nicht ausbreitet, bzw. unter Kontrolle gebracht wird. Ansonsten kann es sein dass die Grenze gesperrt wird und wir somit nicht in der Lage sind den Trail fertig zu laufen… der Ranger war anscheinend nicht ziemlich zuversichtlich. Wie auch immer, ändern kann man es ja doch nicht. Es chunnt wies chunnt😉